Solidarität mit Christopher, ver.di-Vertrauensmann bei DHL am Flughafen Leipzig/Halle

Die ver.di-Betriebsgruppe der Freien Universität Berlin erklärt ihre uneingeschränkte Solidarität mit Christopher, Beschäftigter und ver.di-Vertrauensmann bei DHL am Flughafen Leipzig/Halle, der wegen seiner gewerkschaftlichen und friedenspolitischen Haltung entlassen wurde.

Christopher hatte öffentlich gemacht, dass über den Standort Leipzig/Halle mutmaßlich auch militärische Güter und Waffen in das israelische Kriegsgebiet transportiert werden. Er stellte damit eine legitime moralische und politische Frage: Welche Verantwortung tragen Beschäftigte, deren Arbeit mittelbar zur Aufrechterhaltung von Kriegshandlungen beiträgt?

Anstatt diesen wichtigen Diskurs zuzulassen und den Beschäftigten Schutz nach Betriebsverfassungs- und Grundgesetz zu gewähren, reagierte der Konzern mit Einschüchterung, Freistellung und fristloser Kündigung. Dieses Vorgehen richtet sich nicht nur gegen eine Einzelperson, sondern gegen das Recht aller Beschäftigten, Missstände anzusprechen, gewerkschaftlich aktiv zu sein und sich für Frieden und Menschenrechte einzusetzen.

Als ver.di-Betriebsgruppe an einer öffentlichen Hochschule (deren Vorstandsmitglieder sich erst kürzlich gegen Abmahnungen wegen ihrer Meinungsäußerung zur Wehr setzen mussten) sehen wir in dieser Repression einen Angriff auf elementare gewerkschaftliche Grundrechte:

  • auf die Meinungsfreiheit,
  • auf die Koalitionsfreiheit,
  • und auf das Recht, aus ethischen Gründen Widerspruch gegen Krieg und Waffenexporte zu erheben.

Wir fordern die sofortige Rücknahme der Kündigung und vollständige Rehabilitierung von Christopher!

Gewerkschaftliche Arbeit darf nicht dort enden, wo ethische Fragen unbequem werden. Solidarität mit Christopher heißt, den Raum für Gewissen, Widerspruch und Diskussion zu verteidigen.

Einstimmig verabschiedet auf der Mitgliederversammlung der ver.di-Betriebsgruppe Freie Universität Berlin am 6.11.2025

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